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Brennerei Landtwing

Aus HüPedia

Chronologie

1902 Carl Landtwing-Moos (1869–1950) kauft von Joseph Schmidt (1833-1904) dessen Destillationsgeschäft ab. Schmidt, ehemaliger Tirerarzt, gilt als der erste Brenner im Kanton Zug.[1]

Carl Landtwing betrieb seine Brenntätigkeit unter dem Namen "Kirschdestillation C. Landtwing Zug" an der Gartenstrasse 2/4 in Zug und lagerte dort auch seinen Kirsch.

1920 Landtwing verlegt seine Brennerei an die Baarermatte in Zug

1932 Inwischen verfügt Landwingt über vier Brennblasen à je 400 Liter.

1950 Nach dem Tode von Carl Landtwing übernimmt die dritte Generation die Brenneri am Ibelweg 18c in Zug und baut ihn zu einer national tätigen Firma aus.

1952 Gründung der Landtwing AG

1956 Brand im Lager an der Gartenstrasse. Ausser ein paar Korbflaschen bleibt vom remisenartigen Holzbau mit dem markanten Backsteinkamin mitten in der Stadt Zug nicht mehr viel übrig.

1969 Die Carl Landtwing AG wird vom Genfer Unternehmer Antoine Escher übernommen.

1974 Anton Escher erstellt einen Neubau im Bösch und zieht den Betrieb nach Hünenberg um. Die Firma heisst neu Landtwing Escher AG. Betriebsleiter ist Armin Kenel.

Die Grossbrennerei produzierte .während zehn Monaten im Jahr im 24-Stunden-Schichtbetrieb.[2]

1990 Anton Escher übernimmt auch die 1879 gegründete Traditionsfirma Werner Landtwing AG in Seewen-Schwyzu und sidelt sie nach Hünenberg über mit dem Zweck "Herstellung von und Handel mit Spirituosen". Im Verwaltungsrat sitzen Anton Escher, von Brig, in Montana, Präsident mit Einzelunterschrift, und Erwin Schmid, von Naters, in Thônex, mit Kollektivunterschrift zu zweien. Kollektivprokura zu zweien führen nach wie vor Martha Gisler-Schilter, von Sisikon, in Brunnen, Gemeinde Ingenbohl, und Werner Landtwing, von Zug, in Ingenbohl.[3]

1991 Escher schliesst die Firmen Werner Landtwing AG anlässlich der Generalversammlung vom 7. Juni 1991 mit der "Carl Landtwing AG" zur Carl & Werner Landtwing AG zusammen. Zwecke: weck der Führung eines Unternehmens der Wein-, Spirituosen- und Liqueurbranchen Verwaltungsrat ist Werner Landtwing. Kollektivprokura zu zweien haben neu Martha Gisler-Schilter, von Sisikon, und Armin Kenel, von Arth, in Hünenberg.[4]

Bösch 7 wird gebaut für Büro, Verkauf, Abfüllerei, Palettenlager.

1995 Die Carl & Werner Landtwing AG D wird von Bernhard Rütter (*1952) im luzernischen St.Erhard übernommen.Neuer VR-Präsident wird Bernhard Rütter, Luzern. Neues VR-Mitglied Josef Rütter, Josef, aus Sursee.[5] Werner Landtwing scheidet aus.[6]

Das Unternehmen verarbeitet inzwischen pro Jahr rund 2,22 Millionen Kilogramm Brennkirschen und gehört damit zu den grössten Kirschbrennereien der Schweiz.

1997 Die Carl und Werner Landtwing AG wird in Landwing AG umbenennt, das Aktienkapital auf 1 Mio. Franken erhöht und der Zweck neu definiert: Betrieb einer Distillerie, Herstellung von Getränken aller Art sowie Handel mit solchen Produkten.[7]

Im gleichen Jahr findet die Revision des Alkoholsteuergesetzes statt: Neu wird einheimischer und ausländischer Alkohol gleich stark besteuert. Die Nachfrage nach Schweizer Schnäpsen sinkt.

2002 Die Landtwing AG wird umbenannt in Landwing Rütter AG mit dem Zweck: Produktion und Verkauf von alkoholischen und nicht alkoholischen Getränken und Spirituosen aller Art sowie Handel mit solchen Produkten. Neuer Präsident ist Bernhard Rütter aus St. Niklausen. In der Geschäftsleitung sitzen Armin Kenel, Kurt Iten, Kurt, Buttisholz, Urs Waltenspül, Triengen.[8] Geführte Marken: Rütter, Landtwing, Meisterbrand, Altes Dorf, Schloss Hubertus, Riedhof, Burgwach, Landhof, Juwel, Princesse du Valais, Titlis, Eddie Weiss, Yeni Raki / Tekirdag, Roner, EFES.[9]

2005 Das Betriebsleiterehepaar Armin und Agnes Kenel gehen in den Ruhestand

2008 Löschung der Werner Landtwing AG.[10]

2010 Frühling: Verkauf der Spirituosen-Abteilung inklusive der Liegenschaft Bösch 5 an die DIWISA Distillerie Willisau SA in Willisau.

Da es dieses Jahr keine grosse Ernte gibt werden die Maischetanks in Hünenberg nicht benötigt. Diwisa hat bereits eine Produktion in Willisau und beschliesst die Liegenschaft in Hünenberg zu verkaufen. Der Käufer muss sicherstellen das die noch vorhandenen Produktionsanlagen in Hünenberg stillgelegt und nicht mehr in der Schweiz benutzt werden.

Die Luzerner Zeitung schreibt: "Die Schweizer Nummer 1, die Willisauer Distillerie Diwisa, kauft per 31. Mai das Spirituosengeschäft der Nummer 2, der Zuger Landtwing Rütter AG. Die Diwisa wird sowohl die Brennerei in Hünenberg als auch die dazugehörige Immobilie übernehmen. Der Schweizer Marktanteil bei den Fruchtspirituosen erhöht sich dadurch laut Diwisa-CEO René Gut (42) auf über 50 Prozent.

Die Brennkessel der Rütter AG werden von Hünenberg nach Willisau verlagert. «Die Immobilien in Hünenberg sollen verkauft werden», erklärte Gut. Rund 11 Millionen Franken erwirtschaftete die Rütter AG jährlich im Spirituosenbereich, das sind rund 30 Prozent der jährlichen Verkäufe der Diwisa in dieser Sparte – das Willisauer Unternehmen erzielte 2009 einen Gesamtumsatz von 154 Millionen Franken."[11]</nowiki></ref>

2011 Die Landtwing Rütter AG mit ihren 20 Mitarbeitern bleibt weiterhin in St. Erhard aktiv und will verstärkt den Kerngeschäften Mineralwasser und Mostobst sowie der eigenen Handelsagentur widmen.

Aktuell verkauft die Landtwing Rütter AG auch wieder Spirituosen, wie auf der Webseite zu sehen ist: landtwing-ruetter.ch

Im selben Jahr übernimmt die Röhre Moos AG die Liegenschaft und beginnt mit dem Abbau der Brennerei.

Die Mengen an Material sind eindrücklich:

  • 14 Maische - Chromstahltanks à 70m3 = > wurden von der Diwisa nach Willisau gezügelt
  • 56 Maische - Stahlktanks à 50m3
  • 3 Geeichte Alkoholtanks Stahl à 15m3
  • 2 Chromstahltanks à 30m3
  • 15 Brennhäfen à 350l
  • 1 Dampfkessel 2000 kw
  • 1 Öltank 300`000 Liter

Im Herbst ziehen die neuen Mieter ein:

  • Im Bösch 7: HMH Hiddink Maschinenhandel www.hmhsystems.ch
  • Im Bösch 5: Cut Center AG, Waserstrahl und Laserschneiden www.cutcenter.ch

Quellen

  1. Ueli Kleeb, Schmidt und Landtwing, Zug, 1855/1902: Katastrophen und Fusionen, Neue Zugerzeitung, 31.10.2017, https://www.zugerchriesi.ch/aktuellarchiv/https_kirsch-6-schmidt-landtwing-nzz.pdf, agbgerufen 4.12.2019
  2. Ueli Kleeb, Schmidt und Landtwing, Zug, 1855/1902: Katastrophen und Fusionen, Neue Zugerzeitung, 31.10.2017, https://www.zugerchriesi.ch/aktuellarchiv/https_kirsch-6-schmidt-landtwing-nzz.pdf, agbgerufen 4.12.2019
  3. SHAB 1991009/1991 - 15.01.1991
  4. SHAB 1991009/1991 - 02.07.1991
  5. SHAB 1996039/1996 - 26.02.1996
  6. SHAB 1996108/1996 - 06.06.1996
  7. SHAB 1997163/1997 - 27.08.1997
  8. SHAB 122/2002 - 27.06.2002
  9. Landtwing Rütter Spirituosen, https://www.factory-outlet-center.biz/fabrikverkauf/OutID/132/, abgerufen 4.12.2019
  10. SHAB 213/2008 - 03.11.2008
  11. Hans-Peter Hoeren, Spirituosen: Diwisa übernimmt die Nummer 2, Luzerner Zeitung, 02.03.2010<nowiki>