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Weinrebenkapelle

Aus HüPedia

Die Weinrebenkapelle Hünenberg wurde im 18. Jahrhundert erstellt und ist im Eigentum einer Genossenschaft. Sie ist sehr beliebt für Hochzeiten und Taufen. Vergleiche auch Wiki Weinrebenkapelle, Hünenberg.

Die Wyräben - vor dem Anbau der Rebstöcke (also vor 1952).
Weinrebenkapelle mit Rebberg.
Innenraum der Weinrebenkapelle.
Chorbogen der Weinrebenkapelle

Daten

Adresse Weinreben, 6331 Hünenberg
Grundstück Nr. 28
Eidg. Grundstückidentifikator (E-GRID): CH307965630689
Koorindaten:
Grundbuchfläche 1470 m²
Eigentümer: Kappellengenossenschaft Hünenberg
Flurname: Wiräben

Chronologie

Das Weinrebengelände gehörte ursprünglich dem Kloster Eschenbach, Kt. Luzern.

1414/1416 wurde das Gelände von den Bauern von Hünenberg den Ritter von Hünenberg abgekauft (Loskauf).

1760 Das Kreuz, das am Weinrebenhang seit uralter Zeit steht, wird durch ein Unwetter beschädigt und brennt ab.[1]

1762 35 Rebbauern schliessen sich zusammen und erstellen anstelle des Kreuzes eine kleine Kapelle:

  1. Kirchmeier Thomas Suter
  2. Seckelmeister Joan Peter Bütler
  3. Heinrich Burkart in der Strimatt
  4. Joan Georg Bütler im Bickel
  5. Fürsprech und alt Untervogt Joan Jacob Bütler
  6. Hans Jörg Bütler aus dem Giessen
  7. Jos. Bütler im Dorf
  8. Wolfgang Bütler von Matten
  9. Schützenmeister Wolfang Bütler
  10. Melchior Bütler in der Fildern
  11. Meister Balz Dägen
  12. Meister Jos. Ulrich Dägen
  13. Hans Adam Freimann im Dorf
  14. Meister Johannes Freimann im Dorf
  15. Joan Adam Gretener
  16. Leonti Gretener in der Schürmatt
  17. Johannes Holzmann bei der Burg
  18. Meister Rudolf Luthiger
  19. Hans Caspar Schwerzmann
  20. Paul Schmid im Dorf
  21. Meister Johannes Sidler
  22. Joan Caspar Sifrig in der Strimatt
  23. Fürsprech Bernard Suter, Matten
  24. Pfleger Hans Melchior Suter in der Chamau
  25. Mathias Suter von Matten
  26. Franz Villiger, Müller
  27. Joan Jost Villiger
  28. Heinrich Waller
  29. Meister Heinrich Waller
  30. Joan Jacob Waller in der Schmitten
  31. Johannes Waller
  32. Oswald Weibel im Dorf
  33. Heinrich Werder im Schlatt
  34. Vierer Joan Jacob Werder
  35. Stephan Werder von der Goldhüsern[2]


Das Land stellt Johann Caspar Schwerzmann zur Verfügung. Dr. Mathias Baumgartner aus der Langrüti stiftet das noch heute bestehende Gnadenbild von Genazzano, eine Kopie der in Italien sehr berühmten «Maria zum guten Rat».[3] Die Kapelle wurde «Maria Heimsuchung» geweiht.
Noch heute findet zu diesem Anlass jeweils am 2. Juli das «Chäppelifäscht» statt. Früher wurde dies nebst der Andacht auch mit Böllerschüssen gefeiert. Das Fest gründet auf einer Spende: "Die Witib (Witwe) Maria Catharina Bütlerin im Bösch hat gestiftet, dass ein heliges Amt und eine Lobpredigt auf das Fest Maria Heimsuchung alljährlich gehalten werde mit Fundation 80 Gulden."[4]

1764 Neben Weinrebenkapelle wird auf dessen Wunsch eine Bruderhütte für Waldbruder Johannes Federwisch erstellt mit folgender Bedingung: «Dass, wann zwar wider Verhoffen, er sich übel verhalten würde - in was für Gestalten es immer sein möchte, wolle eine löbliche Gemeinde Hünenberg es sich vorbehalten haben, den Bruder wiederum ab und fort zu schaffen.»
Federwisch hatte zuvor schon eine Klausnerei im Gubel betrieben und lebte als Einsiedler einige Jahre in Gangolfwil, dem heutigen Risch.[5] 1765 Kaplan Karl Frey, Städtliherr in Cham, schenkt einen Kreuzpartikel zu Handen des Kalpellenhalters, die feierlich am 15. Dezember überbracht wird. Die Prozession vor rund 3000 Zuschauenden erfolgt von St. Wolfgang her.[6]

1768 Die Kapelle ist so bliebt, dass sie schon bald zu klein wird: Die Genossen beschliessen, die Kapelle zu vergrössern. Sie soll der Schutzengelkapelle in Zug oder jener von Holzhäusern nicht nachstehen.

1769 Der Bischof von Konstanz und der Vogtei von Zug erteilt die Bewilligung zum Bau der Rokokokapelle. Allerdings wird die Bewilligung an die Bedingung geknüpft, dass 14 kautionsfährige Männer benennt werden müssen.

Die neue Kapelle soll die Form der 1755 von Baumeister Rey aus Mrui errichteten St. Josefkapelle in Rüstenschwil bei Auw AG erhalten - "ussert dass kein Ypsgewelb sein solle sondern eine glatte oder runde Laden-Hirnletzte".[7] Allerdings werden diese Vorgaben während des Baus geändert. Der Grund dazu ist nicht überliefert. Die Maurer- und Steinmetzarbeiten werden von den Gebrüdern Johann Balthasar und Lukas Degen für 270 Gulden ausgeführt.

1770 Der Rohbau ist vollendet, der Innenausbau beginnt.

1771 Die Baukosten belaufen sich totel auf 1169 Gulden, der vor allem durch Spenden ermöglicht wird (14 Kautionen): Dr. M. Baumgartner (Altar 400 Gulden), Gemeinde Hünenberg (grosse Glocke 198 Gulden), Gebr. Baumgartner, Langrüti (kleine Glocke 98 Gulden), Hans Kaspar Schwerzmann (Land für die Kapelle), Chäppelifest, 2. Juli, gestiftet durch Bütler Bösch: 80 Gulden.

1819 Die Kapelle erhält den Kreuzweg, der die Seitenwände heute noch ziert.

1871 Zum 100 Jahr-Jubiläum wird die Renovation in der Wirtschaft Suter, Drälikon, beschlossen. Kosten: 985.43 Gulden.

1897 Neue Fenster werden für 955 Franken eingebaut. Sie sind heute noch vorhanden. Ebenso werden die Bilder im Chorbogen renoviert und die Seitenaltäre neu erstellt. Kosten: 360 Franken.

1901 Am 5. Juli schlägt der Blitz in den Kapellenturm ein. Mit der Renovierung wird ein Blitzableiter installiert.

1925/26 Totale Innen- und Aussenrenovation nach Plänen von Hochwürden Prof. Dr. Albert Kuhn, Einsiedeln, der schon die Kirche in Cham renoviert hat. Die Kapelle erhält einen Stromanschluss. Bei der Restauration wird das Holztafel-Altarbild ins Landesmuseum gegeben, das die Heimsuchung Mariä mit dem sichtbaren Jesus im Leibe darstellt und als einzigartig und wertvoll bezeichnet wird.

1950 In Betriebnahme des elektrischen Geläuts.

1952 Aussenrenovation der Weinrebenkapelle

1962 Die Kapellengenossenschaft wird offiziell am 9. Februar gegründet mit 13 der ehemals 35 Familien.

1963 Grosse Innen- und Aussenrenovation zur 200 Jahrfeier für rund 150’000 Franken. Dabei wird festgestellt, dass ich die elektrische Beheizung nicht bewährt: Die Stukkaturen werden schwarz.

1976 Nach Abschluss der Renovation wird die Weinrebenkapelle in Hünenberg neu eingeweiht.[8] Gleichzeitig wird die Weinrebenkapelle als schutzwürdiges Baudenkmal von lokaler Bedeutung unter kantonalen Schutz gestellt.[9]

1988 Wegen der grossen Feuchtigkeit entlang den Wänden udn der Verschmutzung durch den Russ der Kerzen muss das Innere der Kapelle renoviert werden.

1992 Einbau der kleinen Orgel für 25’000 Franken durch Orgelbauer Heinrich Meier, denn die Kapelle erfreut sich grosser Beliebtheit für Hochzeiten. Die Orgel wurde speziell für die Kapelle konzipiert.

1997 Sanierung des Daches und der Aussenfassade der Weinrebenkapelle.

2010 An 21 Mai findet die Eröffnung des öffentlichen Begegnungsplatzes und der WC-Anlage bei der Weinrebenkapelle statt.

Die Kapelle

Das Kreuz im Torbogen

Ungewohnt ist das Kreuz im Torbogen mit dem seltsamen Totenschädel zu seinen Füssen. Das ist nicht einfach ein Totenschädel aus vergangenen Tagen. Die Menschen früherer Zeiten sahen in dieser Kreuzdarstellung etwas viel Tieferes. Der Totenkopf geht auf die Legende aus dem früh-christlichen „Adamsbuch“ zurück, das bis auf jüdische Quellen zurückgeht. Die Legende erzählt: Der sterbende Adam habe seinem Sohn Seth aufgetragen, er solle den Leichnam des Vaters mitnehmen und ihn auf Golgotha bestatten. „Da, wo mein Körper ruht, wird Jesus gekreuzigt werden und mit seinem Blut meinen Scheitel benetzen. – Diese Stunde wird die Stunde meiner Erlösung sein.“ Darum trät das Kreuz in der Weinreben Kapelle zu Füssen des Kreuzes den Schädel des ersten Menschen. Im Hymnus des Kreuzes betet die Kirche heute noch: „Vom Baum des Paradieses kam der Tod. Vom Baum des Kreuzes kam das Leben.“ Und Paulus sieht darum in Jesus den zweiten Adam, der den Urzustand des Glückes – durch die Erlösung – wieder herstellte.

Kraftort

Die Weinrebenkapelle ist ein «Ort der Kraft» mit natürlicher Energiezone. Das geschwächte bioelektronische Feld des Menschen lässt sich so zu sagen durch die Bioenergie des Ortes aufbauen.

Das Schiff der Kapelle weist 18‘000 Boviwerte auf (energiereicher Ort). Direkt unter dem Turm beim Altar lässt sich die ‚hohe vibratorische Qualität‘ von 24'000 Bovieinheiten entdecken (ausserordentlicher Kraftort, Resonanz in spirituellem Bereich).[10]

Genossenschaft der Weinrebenkapelle (Kapellengenossenschaft)

1962 Die Kapellengenossenschaft wird offiziell am 9. Februar gegründet mit 13 der ehemals 35 Familien. Aktuell sind dies:

  • Thomas Suter, Pfleger
  • Beat Luthiger, Finanzen
  • Werner Schuler, Aktuar
  • Josef Amgwerd
  • Rupi Enzler
  • Sepp Huwyler
  • Leo Luthiger
  • Joseph Schuler
  • Ursula Schwerzmann
  • Louis Suter
  • Albert Weibel
  • Ernst Weibel

1963 Am 10. April erfolgt die Anerkennung der Juristischen Persönlichkeit der «Genossenschaft der Weinrebenkapelle». Sie wird am 31. Mai ins Grundbuch eingetragen (Servitut auf 13 alten Bauernhäusern sowie der Bürgergemeinde Hünenberg). Die Statuten (abgerufen am 2.11.2019)

Ausflugsziel

Von der Kapelle aus geniesst man einen schönen Ausblick, beginnend vom Pilatus über den Lindenberg mit dem Horben bis zum Mutschellen bei Bremgarten. Im Talgrund trennt die Reuss das aargauische Freiamt von Unterhünenberg mit den verstreuten Bauernhöfen mitten in den fruchtbaren Äckern.

Für Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz mit Dreh-Einhorn und einem Schaukeleinhorn.

Literatur

  • Linus Birchler, Die Kunstdenkmäler des Kanton Zug 1. Halbband, Einleitung und die Kunstdenkmäler von Zug-Land. Birkhäuser 1934. Seiten 191–194

Weblinks

Webseite Weinrebenkapelle

Quellen

Der Text beruht vor allem auf Informationen der Webseite Weinrebenkapelle, www.weinrebenkapelle.ch, sowie dem Buch "Die Weinrebenkapelle Hünenberg", Kunst und Geschichte von Klaus Meyer und Rupy Enzler, Kapellengenossenschaft Hünenberg, 2012

  1. Thomas Suter, Chronik 12.9.2010, abgerufen 2.11.2019
  2. ZK 1927
  3. Pfarrer Anton Müller, Zuger Kalender 1927
  4. Archiv der Kapellgenossenschaft, Beschreibung durch J.A. Gretener
  5. Ratsprotokoll vom 14.8.1751, Bürgerarchiv Zug
  6. Archiv der Weinrebenkapelle
  7. KDM J. Gründenfelder: Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug, 2006
  8. Zuger Neujahrsblatt,02.07.1976
  9. Zuger Kalender/Chroniken ZVB, 31.01.1976
  10. Blanche Merz, Orte der Kraft in der Schweiz, AT-Verlag, 1999